Fütterung & Pflege

Alpakas sind Weidetiere. Sie kommen aus Gebieten mit kargem Nahrungsangebot und sind von Natur aus mit ihrer Verdauung und ihrem Stoffwechsel so eingerichtet, dass sie mit nährstoffarmer aber raufutterreicher Nahrung gut gedeihen. Sie gehören in unseren Breitengraden zu den Raufutterverzehrenden Nutztieren. Bei der Fütterung von Neuweltkameliden ist zu berücksichtigen, dass für diese Tiere bei uns tendenziell ein Überangebot an Nährstoffen (vor allem Proteinen) besteht. Eine regelmäßige Überwachung des Gewichtes ist deshalb sehr ratsam, nicht nur um zu erkennen wenn Alpakas krankheitsbedingt abnehmen, sondern auch wenn sie wegen einem Überangebot an Nahrung übergewichtig werden. 

Alpakas müssen bei uns in der vegetationsreichen Zeit (Frühling, Sommer, Herbst,) zusätzlich zum Gras mit raufutterreichem aber nährstoffarmen Heu versorgt werden. Die Alpakas benötigen rund ums Jahr Heu, es ist zusammen mit dem Weidegras das Basisfutter. In der kalten Winterzeit kann auch etwas nährstoffreicheres Raufutter (Heu) verfüttert werden. In speziellen Fällen wie zum Beispiel rekonvaleszente und geschwächte Tiere, hochtragende oder laktierende Stuten mit tiefem Bodyscore kann etwas Kraftfutter oder Luzernehäcksel zugegeben werden. Das Thema Kraftfutter Mineralfutter wird sehr unterschiedlich gesehen. Aufgrund eines nachgewiesenen Mangels an Mineralien und Vitaminen, sowie der deutlich geringeren Sonneneinstrahlung und damit verbundenen reduzierten körpereigenen Vitamin-D Produktion im Vergleich zu den Bedingungen in den Herkunftsländern, ist eine gut dosierte Gabe durchaus sinnvoll. Eines der besten Mineralfuttern am Markt ist das von der Firma EILERS angebotene Alpakafutter Alpaka pacos. Dieses Alpakaspezialfutter wurde gemeinsam mit Frau Dr. Angelika Freitag (Aabach-Farm Münsterland Alpakas) entwickelt und über Jahre durch zahlreiche Blutuntersuchungen angepasst und optimiert.

Alpakas sollten immer Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben. Auch sollten genügend Mineralsalze in Form eines Lecksteines oder Pulver zur Gesunderhaltung der Körperfunktionen zur Verfügung stehen.

Alpakas sollten täglich beobachtet werden. Insbesondere muss ihr Verhalten bezüglich Futteraufnahme und Integration in der Herde beurteilt werden. Abweichungen vom "Normalzustand" sind häufig von grundlegender Bedeutung und erstes Anzeichen einer Veränderung ihres Gesundheitszustandes. Ansonsten ist die Pflege der robusten und zähen Andentiere wenig aufwändig.

 

ENTWURMUNG: Alpakas müssen regelmäßig entwurmt werden. Dies erfolgt am besten gezielt nach einer Kotuntersuchung mit dem entsprechenden Entwurmungsmittel. Die Entwurmung sollte abhängig vom tatsächlichen Wurmbefall, 1-2 mal jährlich durchgeführt werden. Nach unserer Erfahrung lassen sich bei guter Weiden- und Stallhygiene oft über Jahre medikamentöse Entwurmungen vermeiden! Eine mindestens jährliche Kotuntersuchung mit enger Abstimmung mit dem Tierarzt ist dazu unerlässlich. Ebenso werden neue Tiere, die zu uns kommen vor der Verlagerung zu uns entwurmt.

KLAUENPFLEGE: Je nach Untergrund (hart oder weich) müssen die Zehennägel alle 2 - 4 Monate geschnitten werden. Am einfachsten geht das mit einer Rosenschere.

HENGSZÄHNE: Bei Hengsten ist eine regelmäßige Kontrolle und Kürzung der Hengstzähne erforderlich. Bei Wallachen lässt das Wachstum der Hengstzähne oft etwas nach, trotzdem kommt es auch immer wieder vor das sich selbst Wallache an Rangkämpfen beteiligen. Eine Kontrolle ist also dringend bei allen männlichen Tieren mindestens einmal im Jahr anzuraten. Wem die Gesundheit seiner Tiere am Herzen liegt wird die Hengstzähne regelmäßig kontrollieren und wenn nötig von fachkundigen Personen kürzen lassen.

REGELMÄßIGE IMPFUNGEN: Einmal jährlich sollten Alpakas mit einem kombiniertem Impfstoff gegen diverse Clostrideninfekte (wie z. B. Tetanus, Rauschbrand, Pararauschbrand und Enterotoxämie) geimpft werden.

SCHEREN: Um die Wärmeregulation im Sommer zu ermöglichen, müssen die Alpakas einmal jährlich vor Beginn der heissen Jahreszeit geschoren werden. Unmittelbar nach der Schur müssen aber extremen Witterungsbedingungen wie aussergewöhnliche Sonneneinstrahlung, Kälteeinbruch und Dauerregen besondere Beobachtung geschenkt werden und geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Tiere vor zu viel Sonne (Sonnenbrandgefahr) oder Unterkühlung bei nasskalter Witterung zu schützen.

SELEN: Bei selenarmen Böden (Selenmangel im Weidegras ist sehr häufig in unseren Breitengraden) muss das Selen in den Mineralsalzen angereichert werden. Bei extremem Selenmangel kann den Tieren Selen mit Vitamin E direkt in einer Injektion oder mit einer Paste verabreicht werden. Den frischgeborenen Fohlen wird in der Regel immer eine Dosis Selen mit Vitamin E verabreicht oder gespritzt. Eine entsprechende Düngung der Weiden ist zwar eine langwierige Maßnahme aber das beste Mittel, den Selenmangel langfristig auszugleichen, wenn die Tiere über das Gras und Heu aus guten Weiden das Seleen erhalten. Selen ist ein sehr wichtiger Stoff für die generelle Gesundheit der Tiere und die Fruchtbarkeit!

VITAMINE: In der Licht- und Grünfutterärmeren Jahreszeit ist eine Gabe von Vitamin ADE zur Gesunderhaltung sinnvoll. Auch bei Jungtieren sollte spätestens beim Absetzen von der Mutter eine Dosis Vitamin ADE verabreicht werden. Wir geben unseren Tieren meist im Januar regelmäßig eine Doses ADE.

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