Haltung

Alpakas sind Herdentiere. Sie dürfen niemals alleine gehalten werden. Deshalb bilden jeweils mindestens zwei Hengste oder zwei Stuten zusammen eine Gruppe, besser drei oder mehr, um die Hierarchiebildung zu ermöglichen. Es können auch Wallache mitgehalten werden. Einer gemeinsame Haltung von Hengsten und Stuten auf einer Weide, ist auf jeden Fall zu vermeiden. Es sollte auf keinen Fall mit einem Pärchen kaufen begonnen werden!

Eine reine Stallhaltung ist nicht erlaubt. Alpakas brauchen Bewegung, deshalb muss regelmäßiger Weidegang gewährleistet sein. Es wird eine Offenstallhaltung empfohlen, so dass die Tiere selbst wählen können, ob sie sich im Stall oder im Freien aufhalten wollen. Man rechnet mit einer Stallfläche von ca. 2 m2 pro Tier und einer Mindesthöhe von 2 m (so die offizielle Meinung der Bundesregierung zur Haltung von Wildtieren). Die Zuchtverbände empfehlen eine Verdoppelung der Fläche und eine Deckenhöhe von mindestens 2,5 m.

Die Weidefläche sollte groß genug sein, um genügend Auslauf zu bieten. Auch hier empfiehlt die Bundesregierung für die ersten zwei Alpakas mindestens 1000 m2 und 100 m2 für jedes weitere Tier.  Bitte beachten Sie, dass diese Fläche keinesfalls ausreichend ist, um alle Tiere  ganzjährig zu ernähren. Hierzu wäre eine Fläche von mindestens 600-800 m2/pro Tier notwendig und ist abhängig vom jeweiligen Standort und den dortigen Vegetationszuständen. Alpakas sind nicht als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt, daher auch nicht in der Tierseuchenkasse versicherbar. Sie können jedoch im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes gehalten und gezüchtet werden. In diesem Fall entsprechen sie laut Bundesbewertungsgesetz den Ziegen (BewG). Für ein Alpaka werden daher 0,08 Großvieheinheiten angesetzt. Demnach können 12 Alpakas auf 1 ha Fläche gehalten werden, damit sie das Jahr über genug Grünfutter zu sich nehmen können. Wechselweiden  dient den Flächen zur Regeneration und hilft bei der Parasitenbekämpfung.

Die Weideflächen können mit verschiedenem Zaunmaterial eingezäunt werden. Man kann Drahtgeflecht, Maschendrahtzaun oder Elektrozaun verwenden. Zu beachten ist hierbei, dass der Zaun mindestens 1,30 m bis 1,50 m hoch ist, damit ihn die Tiere nicht überwinden können. Ein unten Durchschlüpfen muss ebenfalls verhindert werden, indem der Zaun tief genug angebracht oder ggf. ein Stück eingegraben wird. Bei Elektroeinzäunung sollte der Stromfluss immer gewährleistet sein.  Die einzelnen Litzen sollten nicht in zu weiten Abständen angeordnet sein. Bitte bedenken Sie auch immer, dass es alte/neue Raubtiere in Ihrer Region geben kann, denen ein Zugang durch den Zaun verhindert, zumindest aber erschwert werden muss. Fragen Sie den lokalen Förster/Jäger, ob und welche Raubtiere in ihrer Region vorkommen und ob Angriffe auf Tiere bekannt sind. Wenn ja, dann sollten Sie darüber nachdenken, die Tiere nachts in einem verschließbaren Stall unterzubringen. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall mit mindestens 4 m2 Stallfläche pro Tier planen. 

(Quelle: Hoimepage des AZVD)

Alpakas sind ausgesprochen anpassungsfähige und robuste Tiere. Trotz ihrer Herkunft aus den hohen Anden Südamerikas finden sie sich auch in unseren gemässigten Breitengraden ausgesprochen gut zurecht. Dies mag daran liegen, dass sie sich über Jahrtausende den extremen klimatischen Verhältnissen und der kargen Vegetation der Anden Südamerikas angepasst haben.

Alpakas in den Anden. 

Wenig und karges Ichugras dient als Futterbasis.

Reichlich saftiges grünes Gras ist die Futterbasis auf unseren Weiden.

Auch in Australien ist die Vegetation für die Alpakas wesentlich karger.

 
Alpakas sind an extreme klimatische Verhältnisse wie Kälte, Wind, Regen, Schnee, und extreme Sonneneinstrahlung gewöhnt. Trotzdem benötigen sie bei uns gewisse minimale Schutzvorrichtungen wie zum Beispiel einen Unterstand oder einen Offenstall. In den warmen Sommermonaten müssen sie die Möglichkeit haben, Schattenplätze aufsuchen zu können, um einem Hitzestau vorzubeugen. Frisch nach der Schur sind Schattenplätze auch nötig zur Vermeidung eines Sonnenbrandes. Bei extremer Kälte und lang andauernden nass-feuchten Verhältnissen (Dauerregen) ist es von Vorteil, wenn ein überdachter Auslauf vorhanden ist. Dazu genügt ein einfacher Unterstand, Weidezelt oder ähnliches. Ideal ist auch ein grösseres Vordach oder allenfalls eine umgebaute Scheune oder Geräteschuppen. Es ist wichtig, sämtliche Einrichtungen so zu konzipieren, dass jedes Tier rund um die Uhr unbeschränkten Zugang zu Futterplätzen (Heuraufen) und Wasserstellen hat.
Einfache Unterstände und zweckdienliche Einrichtungen genügen, um es den Alpakas so angenehm wie möglich zu machen.

Alpakas sind ruhige, intelligente und aufmerksame Tiere und zählen in der Regel nicht zu den "Ausbrecherkönigen". Trotzdem ist es ratsam, die Weiden mit einem stabilen Zaun einzuzäunen, nicht zuletzt auch um Gefahren für Unfälle und Verletzungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Ein Zaun in der Höhe von 1.20m bis 1.40m ist ausreichend. Bewährt haben sich enge Knotengitter- oder ähnliche Drahtgeflechtzäune. Aber auch Draht- resp. Bandzäune in mindestens 5 Zeilen gespannt haben sich gut bewährt. Wichtig ist es, dass das Zaunmaterial korrekt verarbeitet ist und die Zäune gut gespannt sind, damit sich die Alpakas darin nicht verfangen können.
Gut geplante Unterteilungen und Tore bringen Komfort und Flexibilität (zum Beispiel beim Absetzten junger Tiere, Zusammenstellung neuer Herden, Geburt, Rangstreitigkeiten etc.).

Gut geplante und zweckmässig ausgeführte Einrichtungen bewähren sich auf die Dauer und bringen Freude für Mensch und Tier. Diese Freude an den Alpakas und deren Haltung dauerhaft zu bewahren ist unser aller Ziel.

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